Samstag, 22. Juni 2013



Freitag 21.Juni 2013


Yellowstone National Park 

Upper Loop Bustour


Bereits um 6.30 Uhr rasselt mein Handywecker und nimmt mich unsaft aus dem Schlaf, der in dieser Nacht luxuriöse war, ich habe sicherlich fünf Stunden geschlafen. Es kostet einige Ùberwindung das warme Lager zu verlassen, denn die Innentemperatur des Chruzlis ist gerademal 11°C. Prrrrrrr!
Schnell schalte ich unseren Elektrofoen auf Betrieb und zusätzlich die Gasheizung, denn das Schlottern meiner Zähne, lässt kein Beissen des Frühstückbrotes zu. Beide stürzen wir uns in ein eher winterliches Tenue, denn die heutige Tour führt uns bis hinauf auf 2800 Metern über Meer.
Um halb acht sind unser Sachen zusammen gepackt, und es kann losgehen nach West Yellowstone zur Buffalo Bus Touring Company. Direkt vor dem Büro finden wir einen Parkplatz für unser Chruzli, den letzten, denn hier sind schon viele Touristen eingetroffen mit ihren Autos. Im Office geht es zu und her wie in einem Wespennest und der Lärm entsprechend.Ich kämpfe mich durch die Leute zur Kasse um uns anzumelden und die Kosten zu bereinigen.Die Tourguides haben alle Hände voll zu tun, mit einteilen der Passagiere auf die verschiedenen Busse. Schliesslich verlässt eine ziemlich grosse Gruppe das Office und es bleiben nur wenige Leute zurück. Zusammen mit diesen, müssen wir uns doch recht lange gedulden, bis auch wir den entsprechenden Guides zugeteilt werden. Um 8.45 Uhr, nachdem uns unser Guide Jay, typisch amerikanisch begrüsst hat, fahren wir im gelben Bus schlussendlich auch los.Recht komfortabele Sitze und nicht allzu gross,ca für 20 Passagiere.Gut so, denn die Tour dauert den ganzen Tag.
Durch das West Yellowstonestädtchen geht es zum Parkeingang, wo wie üblich alle Parkpässe und Eintritte kontrolliert werden.
Bereits auf 2000 M.ü.M. lenkt Jay den Bus dem Madison River entlang bis zur Abzweigung Madison. Um über den Upper Loop zu fahren geht es links ab, dem Gibbon River entlang.Kaum abgebogen, gleich hinter dem Madison Campground, dampft es schon heftig aus dem Boden. Die Strasse ist hier bereits von parkierten Autos blockiert. Die Leute wollen sich wohl den Dampfkessel aus der Nähe anschauen.Aber ich täusche mich, plötzlich geht ein Raunen durch den Bus. Auf der Wiese oberhalb der Fahrbahn ist doch tatsächlich ein junger Grizzliybär gemütlich am Bummeln.









Wou, das ist der Hammer.
Jay parkiert den Bus ebenfalls und wir Touristen, bewaffnet mit Kameras, stürmen ebenfalls auf die Strasse. Der Verkehr ist mittlerweilen zusammengebrochen.
Der Jungbär,ca.4jährig, laut unserem Guide, lässt sich überhaupt nicht stören und geht gemütlich seiner Wege.
Dass wir so rasch diesen Wunschtraum, einen wildlebenden Bären zu Gesicht zu bekommen, ist ein wahres Glück. Jay lässt uns ziemlich lange Zeit diesen Bär zu beobachten. Herrlich und aufregend zugleich!
Schliesslich trummelt Jay die Fahrgäste zusammen und er sucht sich einen Ausweg aus der Autoschlange um die Fahrt fortzusetzen.
Weiter gehts dem Norris Geysire Becken entgegen. Schon aus der Ferne sieht man überall verteilt Dämpfe aufsteigen. Diese Geysire liegen nicht am Strassenrand, somit Jay hier auch nicht Halt macht.Er empfiehlt uns, eine Rundwanderung entlang der Dampflöcher zu machen.Die Fahrt führt weiter in den Grand Canyon of the Yellowstone. 





Bei den Wasserfällen lässt  Jay uns aussteigen und für 20 Minuten Zeit, um uns diese anzuschauen.
Àhnlich dem Brycecanyon sind hier Felsformationen gleich Orgelpfeiffen, zu sehen.Das Gestein hat aber eine gelblich,weisse Farbe. Auf einer der Orgelpfeiffen erkennen wir ein riesiges Vogelnest eines Osprays,der mit seinen Jungen im Nest sitzt. Ein Tourist lässt mich einen Blick durch sein Fernrohr werfen. Ein riesiger Vogel.

Weiter fahren wir durch wunderschöne Landschaften, mit Wäldern und Bergwiesen. Eindrücklich sind die riesigen Flächen wo tausende von umgestürzten Bäumen liegen, die kaum vermodern. Weite Flächen sind auch abgebrannt,doch bereits wachsen neue Nadelbäume nach.

Plötzlich stockt wiederum der Verkehr, was nun, ein weiterer Bär ? Nein diesmal versperren eine ganze Herde Bisons die Strasse. Auch diese Tiere demonstrieren, dass dies ihr Park ist und wir Touristen die Strasse zu unrecht beanspruchen, die Bisons trotteln ohne Umschweife zwischen den Autos hindurch.







 
Nun sind wir schon mehr als drei Stunden unterwegs, als wir über den höchsten Ùbergang im Park, den Dunraven Pass 2700 M.ü.M fahren. Diese Strasse ist nur für kurze Zeit im Sommer geöffnet und wird momentan in Stand gestellt. Schotterpiste und Einbahnverkehr lassen uns nur langsam voran kommen.Zum Glück sind wir nicht mit unserem WoMo hierhin gefahren!
Eine weitere Stunde Fahrt und wir treffen in Mammoth Hot Spings ein, wo für eineinhalb Stunden Lunchpause angesagt ist. Das Sankt Moritz des Yellowstoneparkes hier. Wir Beide genehmigen uns in einem Restaurant ein kleines Menue und durchstöbern selbstverständlich die Souvernirshops.
Anschliessend ist bereits 14.45 Uhr , Zeit wieder in den Bus zu steigen. Alle Passagiere, bis auf eine Frau mit Sohn finden sich rechtzeitig ein.Geduldig wartet Jay eine Viertelstunde und fährt schliesslich los , den Shops entlang, wo wir schliesslich die Dame mit Kind aufgreifen.

Nun lassen wir uns zum Boardwalk der Mammoth Hot Spring Terraces fahren. Gemeinsam mit Jay,  spazieren wir zu den heissen Quellen,die terrassenförmig am Hang liegen.
  Eine wiederum eindrückliche Angelegenheit. Zurück im Bus, macht sich allgemein Müdigkeit breit, und einige Personen gönnen sich ein Nickerchen auf dem Rückweg. Ich will aber Nichts verpassen indem ich schlafe. Wir durchfahren weiterhin weite Flächen, die zum Teil Hochmoore sind.Entlang verschiedener Bäche und kleinen Seen, wo zum Teil tüchtig gefischt wird. 

Ein weitere Halt machen wir bei einem sehr heissen Pool, der direkt am Strassenrand liegt.Jay misst nahe beim Wasser die Temperatur, 125° Fahrenheit.Nicht gerade zum Baden. Die Schwefeldämpfe kutzeln arg unsere Atemwege.
Nun sind wir schon bald acht Stunden unterwegs, ein eindrücklicher, wunderbarer Tag. Glücklich und zufrieden entsteigen wir in West Yellowstone dem Bus.


Donnerstag,20.Juni 2013 


Wasch-Putz-und Nuschitag !!!


Ausgeschlafen und gestärkt mit einem deftigen Frühstück , machen wir uns Beide an die Arbeit. Bepackt mit drei Kübeln Wäsche gehts zur Laundry.Hier laufen die Waschmaschinen schon auf Hochtouren, denn diese Laundry dient anscheinend auch der Bevölkerung aus der Umgebung. Wir sind schon ganz Amis, was die Laundrybenützung betrifft. Während des Waschvorganges planen wir mit Hilfe des Internets in der Laundry die kommenden Tage im Yellowstonepark. 25 Minuten, so lange dauert ein Waschvorgang, sind schnell um, so dass wir kaum fündig werden im Netz nach einer geeigneten Tour.Wir Beide bringen die nasse Wäsche von der Maschine in den Tumbler zum Trocknen, was doch 50 Minuten in Anspruch nimmt. Weiter gehts mit der Plannung per Internet.Derweilen plaudert Hansruedi  mit einem Herrn, der hier ebenfalls seinen Wäschetag hat.
Die Buffalo Bus Touring Company bietet jeweils Freitags eine Rundtour über den Upper Loop des Yellowstone Parkes an, wie ich ausfindig machen konnte.Wir Beide werden schnell einig und finden dies eine gute Sache. Ich tätige ein Telefongespräch mit der Company um eine Reservation zu tätigen.Es hat noch freie Plätze und somit buche ich diese Tour für morgen Freitag.
Mittelerweilen ist auch unsere Wäsche "gedörrt"! denn die Temperatur des Dryers ist immer unmöglich hoch, egal welches Programm du wählst. Das Bügeln habe ich auf dieser Reise verlernt, denn ein Bügeleisen habe ich nicht mit. Auf so einer Reise wird man immer anspruchsloser und wir Beide begnügen uns, indem wir unsere Wäsche möglichst von Hand austreifen und sauber zusammen falten.
Mit doch einigen Turnübungen, vorallen im Alkovenbett, ziehe ich die frisch gewaschene Bettwäsche wieder an. Danach wird noch mit dem Staubsauger handiert und schliesslich der Boden aufgewaschen.Fertig ist die Haushaltung, dies nach gut zwei Stunden Arbeit.So haben wir uns einen Apero verdient. Ein Bier, obwohl die Aussentemperaturen nicht gerade durstig machen, dazu, die von Hansruedi frisch gebackene Hefeschnecken mit Zimt. Wunderbar!
Dann macht sich mein Hansli auf zu einem Spaziergang. Ich setzte mich an den Compi um die vergangenen Tage festzuhalten.Am frühen Abend erlaubt der Sonnenschein und nachlassende Wind doch noch ein Barbeque. Essen müssen wir aber leider Indoor!

Freitag, 21. Juni 2013



Mittwoch,19.Juni 2013


Island Park Idaho


Gerädert und entsprechend schlecht gelaunt , wälze ich mich aus dem Bett.Zwei Stunden Schlaf ist wohl das Maximum was ich abbekommen habe in der vergangen Nacht.Beim Frühstück erstellen wir eine Einkaufsliste um unseren Vorrat für den Yellowstone Park aufzufüllen.Meine Konzentration entsprechend schlecht. Auf gehts in den Kampf und ins Höllloch Walmart! Wir brauchen über eine Stunde bis wir eingekauft haben und alles verstaut. Einkaufen ist kein Zuckerschlecken für mich.
Ùber die 20er fahren wir nach Rexburg um die Post aufzusuchen und unsere Prepaidkarte des Handys aufzuladen.Hier sind wir relativ schnell am Ziel und können somit unsere Reise nach Warm River fortfahren. Hier angekommen machen wir einen Halt an einem idylischen Bachufer um den Fischbestand zu bestaunen. Hunderte von Regenbogenforellen, von Klein bis Riesig, stehen hier im Wasser und ergattern sich mit Wonne den Brotschmaus, den einige Jungs ins Wasser werfen.Ein köstliches Schauspiel.Weiter geht unsere Fahrt über die 47, dem Mesa Falls Scenic Byway.Eine wunderbare Bergstrasse durch dichten Birken-und Tannenwald. Eine Gegend wie in Scandinavien, wo es mir gleich warm wird ums Herz.Bei den Wasserfällen machen wir Lunchpause, nachdem wir uns das tossende Schauspiel angesehen haben.
Einmal mehr wird unser Chruzli begutachtet und wir müssen viele Fragen beantworten, die uns ein Ehepaar und eine Dame stellen. Ich zeige ihnen das Innenlebenn unseres Häuschens, wonach die Damen völlig entzückt und begeistert sind. Die einzelne Dame will genau wissen woher wir aus der Schweiz kommen, denn sie habe schon öfters in Reuti auf Hasliberg Wanderurlaub gemacht.Was, in Reuti, ich muss schallend lachen, denn sie ist nun nach Joyce und Terry, unseren Prescottfreunden, die dritte Amerikanerin die es nach Reuti im Berner Oberland verschlagen hat. Die Dame ist hocherfreut, als ich ihr meinen Lachanfall erkläre.Ein längeres Gespräch über Gott und die Welt läuft nun zwischen uns Fünfen. Schliesslich verabschieden wir uns und fahren an unser heutiges Ziel, weiter durch wunderbare Wälder mit Seen und Bächen.Am früheren Nachmittag treffen wir auf dem Valley View RV Park ein.



Todmüde lege ich mich hin und kann endlich eine Stunde schlafen. Regenschauer prasselt aufs Dach und weckt uns Beide.Es ist empfindlich kalt hier oben auf 2000 Metern über Meer, sodass wir zum Nachtessen die Heizung laufen lassen.Ein Jass verkürzt uns den Abend.


Dienstag, 18.Juni 2013


Crater of the Moon






Der Entschluss, gestern noch hierher zu fahren, hat sich mehr als gelohnt. Eine ruhige, sternenklare Nacht in der Lavalandschaft, war ein Genuss. Beim Abendessen wurden wir von den quirligen Erdhörnchen, die hier in Scharen zwischen den schwarzen Steinen leben, unterhalten. Emsig sprangen sie von Stein zu Stein und beobachteten uns ganz genau.
Heute Morgen nun ist es bereits sehr warm, als wir um halb neun aus den Federn hüpfen. Nach ausgiebiger Beratung, kommen wir zum Entschluss, den Lava - Loop mit dem Chruzli zu durchfahren. Nachdem unsere sieben Sachen verstaut sind, besuchen wir zuerst das Visitor Center, wo , eine übersichtliche Ausstellung mit der Geschichte des Crater of the Moon wunderschön dargestellt ist. Mit einer "Map"ausgerüstet, kehren wir zurück in den Park und fahren zum ersten Aussichtspunkt. Hier erklimmen wir einen Lavaberg, kurz aber steil. Uns bietet sich ein grandioser Ausblick, wo die enome Ausweitung der Lavalandschaft ersichtlich wird.
Beeindruckend ist die Flora, die aus der schwarzen Erde wächst.




Der letzte Ausbruch des Vulkanes fand vor 2000 Jahren statt.Manche Lavamassen sind noch unbewachsen, andere sind bereits mit einem Teppich von Sträuchern überzogen. Vereinzelt haben sich auch Baumgruppen gebildet. Mancherorts bekommt man den Eindruch, die Lava sei erst frisch erstart. 
Die Infos über den Park hier berichten, dass im Crater of the Moon NM die Lavamassen am besten erhalten sind auf der Erde.
Wir durchfahren weiter die eindrückliche Mondlandschaft bis zum nächsten Parkplatz, von wo aus man einen Krater besteigen kann. Nicht lange, aber wiederum steil ansteigend spazieren wir durch das staubige Lavagestein, das zum Teil federleicht ist.Es stimmt schon nachdenklich, wenn man in eine Òffnung der Erde schauen darf, die all die umliegende Gegend mit Lavamasse überflutete. Ein gewaltige Kraft muss da am Werk gewesen sein. 



Wir verweilen eine geraume Zeit am Kraterrand und bestaunen die vielen verschiedenen Steingebilde die zu unseren Füssen liegen. 
 
Schliesslich erreichen wir mit dem Auto den Punkt, wo der Lavafluss und die Verwitterung der Jahre, tiefe Höhlen gebildet haben. Hansruedi sieht sich eine solche aus der Nähe an, derweilen ich mich mit der Oberflächenumgebung begnüge, denn Höhlen, die man nur mit Kletterpartien erreicht, sind nicht so mein Ding.
Schliesslich fahren wir zurück zum Ausgang des Parkes. Wiederum ein eindrücklicher, mit Emotionen verbundener Ausflug in eine mondähnliche Landschaft auf Erden.


Der Nachmittag ist schon einige Stunden alt, als wir den Crater of the Moon verlassen und nach Idaho Falls fahren, wo uns einmal mehr der Walmartparking als Nachtlager dient.
Dort angekommen, werden wir von einem englischen Ehepaar, Rosie und Mike, enthusiasitisch begrüsst. Sie Beide sind ebenfalls mit dem eigenen WoMo unterwegs, jedoch zum Xten Male in den Staaten.Sie übernachten ebenfalls auf dem Parkplatz, wo später am Abend noch mehr Camper sich einfinden. Da noch genügend Zeit bleibt, bevor es Nachtruhe gibt, lasse ich mir im Walmart die Haare schneiden.Keine Starcoiffeuse, die Arbeit die sie leistet ist ok., reisefreundlicher Kurzhaarschnitt für 15.50$.
Mittlerweilen ist es auch ruhiger geworden auf dem Parkplatz und ich lege mich zur Ruhe.Schlaf finde ich einmal mehr nicht vor drei Uhr morgens. Es ist nicht die Geräuschkulisse die mich am schlafen hindert, ich kann einfach nicht einschlafen.Stressig!


Montag,17.Juni 2013


Bald Mountain


Zum Ausgleich der letzten zwei Fahrtagen, schnürren wir uns heute die Wanderschuhe an die Füsse.Wir Beide brauchen zum Ausgleich einen Fitnesstag. Hier in der Skistation Sun Valley hat es mit den umliegenden hohen Bergen genügend Auswahl. Wir wählen den Bald Mountain aus, der mit seiner Gondelbahn und vielen Skiliften für die Wintersportler ein Eldorado ist. Die Bahn wird zur Zeit auf Vordermann gebracht um am 28. Juni die Sommersaison starten zu können. Um nicht allzu sehr mit der Hitze in Konflikt zu kommen, starten wir unsere Wanderung bereits um halb neun bei der Talstation der Bahn.


 

Der Einstieg über die Skipiste ist sofort steil und treibt mir, die ich doch ziemlich untrainiert bin, sofort den Schweiss aus den Adern. Ùber saftige Wiesen, die mit wunderschönen, blühenden Wildblumen leuchten, erklimmen wir langsam den Berg.

 Zum Glück gibt es Tannenwaldabschnitte, die Schatten spenden und leichte Abkühlung bringen. Da die Saison noch nicht gestartet hat, begegnet uns ausser einer Bikerin, kein Mensch.
Hut ab, vor dieser jungen Frau, die mit einer Leichtigkeit den doch recht steilen Anstieg , bewältigt und auch rasch wieder aus unserem Blickfeld verschwindet.
Wir geniessen einen genialen Ausblick, wo wir uns fragen, ob wir wirklich in Amerika sind und nicht etwa in Adelboden?
 
!Nach gut drei Stunden erreichen wir den Gipfel, Lookout, genannt. Im wahrsten Sinne des Wortes, hat man hier einen genialen Rundblick, hinein in die Berge und Prärien Idahos.Wir stellen fest, dass wir 1000 Höhenmeter aufgestiegen sind.
Der "Chrampf", hat sich aber mehr als gelohnt. Ein Picknick im Windschatten des noch geschlossenen Restaurants, stärkt uns für den Abstieg. Wir verweilen aber nicht allzu lange, denn auf dieser Höhe ist es mit dem Wind recht kühl.So machen wir uns um halb eins auf den Heimweg.Der steile Berghang macht meinen Knieen bald einmal arg zu schaffen. Immer wieder muss ich mich zum Hang hinstellen um meine Beine zu entlasten. Der Anblick der Blumen und die vielen Schmetterlinge die hier umher flattern, helfen über die Strapazen hinweg!
 











Nach einem zweistündigen Abstieg, ist auch Hansruedi froh sich ausruhen zu können. Bevor wir losfahren zu unserem nächsten Ziel, müssen wir unseren Durst löschen, und unser verschwitztes Tenue wechseln.
Auf der 20er fahren wir heute noch zum Crater of the Moon National Monument, das einen lauschigen Campground in mitten von Lavagesteinen bietet.
 
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Samstag,15.Juni /Sonntag 16.Juni 2013


Ade du schönes Oregon !


Der nordöstliche Teil vom Staate Oregon bietet nicht mehr gar so viel Abwechslung wie im Westen. Getreidefelder und Rebbau an den kahlen Hängen prägen hier das Landschaftsbild. Schliesslich nur noch kahle, flache Steppe. Auf der 84er wollen wir heute möglichst weit voran kommen.Bei Ontario verlassen wir nun definitiv Oregon und tauchen ein in die Prärien Idahos.Unendlich scheinende Flächen, wo doch endlich grosse Herden Rinder zu sehen sind.Die Hauptstadt Idahos, Boise liegt im grünen Tal des Snake Rivers. Eine Augenweide dieses Grün, nachdem doch zuvor die Prärie mehrheitlich trocken und dürr schien.
Auf Empfehlung des jungen Hostes vom Campground in Pendleton, suchen wir den KOA Camping in Meridian vor Boise auf. Doch, oha , ausgebucht! Dank der Ladie im Office findet sich schlussendlich doch noch ein kleiner Platz, den wir für die Nacht nutzen dürfen. Wir sind froh, hat uns doch die langweilige, lange Fahrt hierhin ermüdet.


Sonntag, 16.Juni 2013

Die Nacht haben wir einigermassen ruhig erlebt und freuen uns ob der Morgensonne, die es uns ermöglicht  Ourdoor das Frühstück einzunehmen. Wie wir da so sitzen, zwischen Toilettenhaus und unserem Chruzli, werden wir natürlich wieder nach dem Fahrzeugtyp unseres WoMo gefragt. Ja, s`Chruzli ist einfach eine kleine Sensation für die Amis, das immer wieder Aufmerksamkeit erregt. Der Dieselverbrauch und das 4 Zylindergetriebe  unseres Fiats ist für die Amis schon aussergewöhnlich, geschweige denn, dass wir alles mithaben was man zum Reisen braucht.Ein Superstar unser "Chruzli"!
Mein Reiseführer spricht von verschiedenen Heissen Quellen in Idaho , in denen in natürlichen Becken gebadet werden kann , so auch im Sun Valley. Eür ein solches Bad sind wir nicht abgeneigt, weswegen wir  heute das Sun Valley, an der 75er, ansteuern.Von Meridian nehmen wir die Interstate 84 bis Mountain Home, von da soll uns die 20er bis zur 75er dienen. Diese Strecke bietet einwenig Abwechslung, mit zwei drei Ùbergängen. Hier sind an einigen Stellen Tafeln aufgestellt, welche von den Einwanderen berichten, die über diese Pässe auf dem sogenannten Oregon Trail das hiesige Land eroberten.

Während der Fahrt wird es schliesslich immer wärmer und wärmer. Auch als wir die Ortschaft Ketchum im Sun Valley erreichen, ist es ziemlich heiss. In Ketchum ist übrigens E.Hemingway begraben. Hier soll er zueletzt gelebt haben, bevor er 1961 Selbstmord begang.Auf dem Rundgang durch den Ort, stellen wir einen gewissen Wohlsstand fest , der von intelektuellen Leuten gelebt wird. Eben Schriftsteller, Kunstmaler usw. Wir sind auf der Suche nach den heissen Quellen und müssen feststellen, das diese weit ab, in den Bergtäleren liegen,  für schweizerische Verhältnisse nicht gerade am Weg. Ein öffentlich, zugänglicher Badepool findet sich ca. eine halbe Fahrstunde entfernt. Für heute sind wir zu müde, vielleicht morgen. So landen wir schlussendlich auf einem RV-Park ausserhalb des Dorfkernes, abgeschlagen und leicht frustriert ob den langen Autofahrten von gestern und heute.



 

Montag, 17. Juni 2013


Freitag, 14. Juni 2013



Underground Pendleton


Der positive Eindruck des Städtchens hat uns gestern bewogen für heute eine Tour zu buchen. Nämlich die Underground -Tour. Ich bin nicht recht schlau geworden aus den Erklärungen eines schwarzen Mannes, der mir in rasendem Englisch mit fremden Dialekt, erklärte worum es geht. Was ich mitbekommen habe ist, dass dieser Rundgang einen guten Einblick in das Leben des Städtchens vor gut 80 Jahren und mehr gibt.
Der gebuchte Rundgang beginnt bereits um 10.30 Uhr, was bedeutet, dass wir uns spätestens um 10. Uhr auf die Socken machen müssen.Im Tourbüro sind schon einige Leute versammelt als wir eintreffen. Im kleinen Parlor ( Aula) werden die Teilnehmer von Karol einer Dame um die 50 begrüsst. In einem kurzen Video über Pendleton erfahren wir den Werdegang des Städtchens.

1851 richtete Dr. William C. McKay ein Geschäft in der Nähe der Mündung des McKay-Baches ein. 1865 wurde ein Postamt eingerichtet, das noch Marshall als Ortsname führte. Marshall war der Name eines Geschäftsmannes, der am Ort Kaufmann war. Die Stadt wurde 1880 offiziell gegründet.
Im Jahr 1900 hatte Pendleton 4406 Einwohner und war die viertgrößte Stadt in Oregon. Wie viele Orte in Ost-Oregon hat auch Pendleton ein betriebsames Chinatown in den 1880er und 1920er Jahren. Die Stadt wurde 1868 nach George H. Pendleton, einem Kandidaten für den Vizepräsidenten, benannt. Pendleton Woolen Mills, eröffnet 1893, ist ein weltbekannter Hersteller von indianischen Decken und bestickten Herren-Ponchos.
Seit 1910 wird hier das jährliche Pendleton Roundup-Rodeo als Teil des PRCA-Wettbewerbs abgehalten.
Eine weitere Besonderheit ist der Rotlichtbezirk, der noch 1947 20 Bordelle im Zentrum aufwies.
Die Straßenanbindung wird durch die Interstate 84 (West) gewährleistet, wodurch Pendleton mit Portland im Westen und Boise im Osten verbunden ist.
Der Umatilla River durchfließt Pendleton


Schliesslich geht es mit Karol hinaus auf die Strasse, wo sie uns die Besonderheiten der Trottoirs erklärt. Haken mit Ringen sind im Abstand von einigen Metern im Boden verankert. Dies diente dem Cowboy um sein Pferd anzubinden, wenn er ein Rendez-vous hatte mit einem Girl. Die Strassen sind in alphabetischer Reihenfolge beschriftet und in Blocks angelegt.Einfacher gehts nicht mehr. Gleich um die nächste Ecke steigen wir über eine unscheinbare Eisentreppe in einen Keller hinab. Hinter zwei Türen eröffnet sich uns der "Underground"von Pendleton. Wir stehen in einer Bar, wo an den Tischen  Cowboys gemütlich zusammen sitzten.Karol erklärt uns, dass Pendleton heute 33 Bars überirdisch habe und fast soviele gab es in der alten Zeit auch unterirdisch.
 Wiederum durch zwei Türen treten wir ein in eine Wäscherei mit Badezimmer. Hier habe sich der Cowboy einer ordentlichen Reinigung unterzogen, als er in die Stadt kam und bevor er im Rotlicht sein  Girl kaufte.Während die Wäsche von Chinesen gewaschen wurde, erfreute sich der Cowboy in einem heissen Bad.

 Weiter leitet uns die Dame durch den Underground , zur Ciderpresse, wo Schnaps gebraut wurde.Eine doppelwandige Tür führt von hier in die Pokerhöhle, wohl, der am meisten versteckte Ort hier in der Unterwelt. Die Vorderseite der Tür öffnete nach links, während die Rückwand nach rechts geöffnet werden musste.Dazwischen war ein Hohlraum von gut 15cm , dieser eingefasst rundum mit Holz.
 Die Pokerhöhle ist auf der Seite diesr Tür mit Holplatten belegt, zur Verschönerung des Raums.Weit gefehlt, die Panellen dienen zur Abdeckung des Holraumes zwischen der Schnapsbrennerei und des Spielsaloons.Der Holraum diente zur Aufbewahrung von Alkohol und zum heimlichen Abtransport des gewonnenen Ertrages beim Pokern. Die Damen welche die Brennerei, und Apfelcider -Herstellung betrieben, waren zugleich geheime Booten um die Pokerspieler zu decken.Um in den Pokerraum zu kommen, gibt es auch eine versteckte Treppe hoch zu einem Eingang in einem Hinterhof.
Langsam sehe ich mich live in einem echten Wildwestfilm. Das unscheinbare Pendleton überirdisch, ist im Unterground eine verschworene Angelegenheit.
Weiter durchstöbern wir die Unterwelt von Pendleton. Eine Eisdiele mit Caféhaus, eine Metzgerei sind ebenfalls vorhanden. Viele Chinesen lebten und arbeiteten hart in dieser Unterwelt, wo sie zugleich auch wohnten, unter mieserablen Bedingungen.Einzelne Òffnungen zur Oberwelt wurden in den Trottoirs eingelassen,um einwenig Tageslicht zu bekommen, ca. einen Meter auf einen Meter, mehr nicht. Harte Holzpritschen dienten den Leuten zum Schlafen. Stets feuchte und modrige Luft, schreckliche Verhältnisse.Kein Wunder mussten sich die Chinesen mit Opium berauschen lassen um all dies zu ertragen!
Während mehr als einer Stunde kreuzen wir durch die Unterwelt, bis uns Carol schliesslich zwei Blocks weiter, als wir eingestiegen sind, wieder ans Tageslicht bringt.
 So, meint Karol, nun kommen wir zu einem weiteren wichtigen Anziehungspunkt der Stadt bis 1953, der Rotlichtbezirk.

 Wir treten ein in ein stattliches, mehrstöckiges Gebäude über eine steile Treppe.
Im Obergeschoss ein langer Gang mit verschiedenen Zimmern rechts und links. Dann ein vornehmer Salon mit Sesseln und Canapés, der Empfangsraum,wo sich`s die Damen und Herren bequem machen konnten. Die Räume der Bordellmutter sind ebenfalls vornehm ausgestattet.

Diese Dame hatte einen guten Ruf in der Stadt, für ihre grosszügige, soziale Einstellung.So bezahlte sie die Girls fair und einen Teil des Einkommens spendete sie jeweils für Sozialeeinrichtungen der Stadt.Ein Rundgang durch das Haus gibt uns Einblick in die Arbeitszimmer der Girls.

 Zum Wohnen hatten sie eigene Zimmers im obersten Geschoss mit Geneinschaftsküche und Badezimmer.

Karol erklärt uns dass Pendleton bekannt war für seine verschiedenen Bordelle und das Letzte bis 1953 betrieben wurde. Den Rundgang beenden wir über einen geheimen Ausgang, (Fenster) den die Männer ,die anonym bleiben wollten, benutzten. Nach gut 2 1/2 Stunden stehen wir in Mitten eines Hinterhofes von einer heutigen Autofirma.
Was für ein spannendes Innenleben dieser Stadt.
Eine Hauptattraktion der Stadt heute, ist das jährlich, im September stattfindende Round Up Rodeo.Der grösst Rodeoanlass der Staaten, wird hier gesagt.Mit einem riesigen Umzug wird der viertägige Grossanlass gestartet.Weiter wird eine Rodeoprinzessin und Indianerprinzessinen gekrönt.Wir werfen einen Blick in die Arena und holen uns einige Infos im Museum der Arena.Bereits läuft der Vorverkauf für diesen Anlass.
Zurück im Centrum, ist der Farmers Markt im vollem Gange. Die Bauern aus der Umgebung bieten ihre Gemüse und Früchte an. Frische Ware, Besseres kann uns nicht begegnen! Deshalb decken wir uns mit Blumenkohl,Salat, Zucettis,Rettich und frischen Beeren ein, mmmhh!
Auf dem Markt begegnen wir den amtierenden Indianerprinzessinen, die uns ein Foto signieren und uns herzlich willkommen heissen am Round Up.


Zum Abschluss dieses interesssanten Tages, der uns Beiden sehr viel Spass gemacht hat, leisten wir uns ein Nachtessen in Hamley`s Steakhouse. Ein wunderschöner Holzbau.Zwei Gitarristen spielen im Garten zur Unterhaltung. Ein Sirlonsteak mit Gemüse und Kartoffelstock für Hansruedi, Geräuchter Lachs mit einer süsssauren Sauce, Gemüse und Bratkartoffeln für mich. Es schmeckt wunderbar!