Sonntag, 25. August 2013



Dienstag,Mittwoch, 20./ 21. August 2013



Kincardine ON 

Green Acres

Eigentlich hätte es uns hier in Grand Bend, mit dem schönen Sandstrand sehr gut gefallen um noch zwei,drei Tage zu faulenzen, doch der Stellplatz für 50.- CA$ ist überrissen teuer. Darum ziehen wir weiter auf der 21er dem See entlang. Die Landschaft hier gleicht eigentlich jener in Mitteldeutschland, viel Flachland mit Agrarwirtschaft.Soweit das Auge reicht sind Mais- und Sojabohnenfelder zu sehen. Ab und zu grasende Kühe. Dem Wasser entlang aber erheben sich auch hier zum Teil stattliche Sanddünen.Da wir immer noch sehr warmes Sommerwetter geniessen dürfen, möchten wir hier an diesem Wasser weitere Badestopps machen. In Kincardine schliesslich finden wir einen sehr ruhigen Campground, der zwischen hohen Ahornbäumen, lauschige Stellplätze bietet. Schade nur, dass er nicht direkt am Wasser liegt. Trotzdem richten wir uns hier am frühen Nachmittag gemütlich ein.Nach einer Stärkung machen wir uns auf zu einem Spaziergang um den Strand zu suchen. Beim Office ruft uns eine Dame die Frage entgegen, ob wir aus der Schweiz seien? Nach der Bejahung stellt sie sich auf deutsch vor und berichtet uns, dass sie vor vier Jahren hierher ausgewandert sei und nun im Camping arbeite. Sie unterhält uns eine ganze Weile, bis wir ihr erklären, dass wir noch den Strand aufsuchen wollen. Schliesslich konnten wir uns verabschieden. Der Strasse entlang, leider gibts auch hier keinen Fussweg, schlendern wir in guten dreissig Minuten an den Strand. Hier ist der Strand nicht so breit wie in Grand Bend, dafür naturbelassen, und wildromantisch. Hier findet man keine  Bars oder sonstige Unterhaltungslokalitäten, die Massen von Leuten an den Strand locken. Desshalb ist es hier um einiges ruhiger als gestern. Wir Beide entledigen uns den Kleidern und stürzen uns in die Badehose. Der See hier ist bis weit nach draussen nicht sehr tief und entsprechend warm, sodass das Bad nicht unbedingt erfrischt. Aber wir Beide finden es herrlich und geniessen so eine ganze Weile das Bad im Huronsee.Anschliessend legen wir uns zum sonnen und bräunen in Sand.















Gegen sechs Uhr plagt uns wiedereinmal der Durst. Im Geheimen wünsche ich mir doch eine kleine Bar am Strand, wo ich den Durst stillen könnte. Leider heisst es aber zuerst einen Fussmarsch von guten zwanzig Minuten zu bewältigen, bevor das Leiden ein Ende hat.
Wir schaffen dies unbeschädigt und im Schatten der Bäume schmeckt schliesslich das kühle Bier doppelt gut.


Der heutige Mittwoch wollen wir nützen, um uns im Internet zu informieren über Toronto und was es auf unserer restlichen Reise noch zu sehen gäbe.Im Googlemap suchen wir den Standort von Annemarie und Martin Zahnd, die laut ihren eigenen Aussagen, nur gut zwei Stunden von den Niagarafällen entfernt wohnen. Und siehe da, Listowel in Ontario, wie ihre Adresse lautet, liegt ja ganz in der Nähe von unser Camping hier in Kincardine. Hansruedi und ich beschliessen, die Beiden anzurufen. Vorerst wollen wir aber an den Strand, um zu spazieren und faulenzen.Heute habe ich Drinks und Snacks mitgenommen, sodass wir gemütlich längere Zeit dem Strand entlang spazieren und beim "sünnele" wieder auftanken können. Heute ist es drückend warm und am späteren Nachmittag bläst ein warmer Wind dunkle Wolken herbei. Es sieht ganz danach aus, als wolle ein Gewitter aufziehen, darum treten wir langsam den Rückzug auf den Camping an. Dort angekommen, erkundige ich mich bei Martina, ob ich das Officetelefon benützen darf, da mein amerikanisches Handy nicht funktioniert. Sie wählt mir die Nummer und schon bald meldet sich Annemarie hocherfreut. Sie will mit Martin Rücksprache nehmen, was seine Pläne für morgen Donnerstag seien, ich solle doch später nochmals zurückrufen. Beim zweiten Anruf verabreden wir uns mit den Beiden für Donnerstag. Bei einem  Lagerfeuer würfeln wir Beide mehrere Runden, womit wir diesen Ruhetag beenden.

       

 

      




Montag 19.August 2013




 Kanada

Montagmorgen-Erwachen bei herrlichem Morgenlicht und Tau auf dem Gras. Hier scheint es, als ob hier sämtliche Langschläfer einquartiert sind, denn mein Blick auf die Uhr zeigt mir, dass es bereits nach neun Uhr ist, und weit und breit ist kein Mensch auszumachen oder zu hören. Gemütlich lassen auch wir den Tag angehen. Heute ist doch der Geburtstag unserer Tochter und wir hoffen dass unser Blumenstrauss und der Geburiwunsch rechtzeitig eingetroffen sind.Unglaublich, aber wahr, heute ist es schon 35 Jahre her, als unsere Karin, drei Wochen zu früh, sich aufmachte die Welt zu erobern! Nach einer Blitzgeburt sind wir dankbar, dass sie uns gesund geschenkt wurde und uns auf unsererm Lebensweg begleitet. Wir stossen mit Orangenjus auf unsere Karin an.
Ein grossartiges Ereigniss vor 35 Jahren, und den heutigen Tag, wollen wir Beide auch wieder zu einem Speziellen werden lassen. Wir haben beschlossen schliesslich doch noch einen kleinen Abstecher nach Kanada zu machen. Beide waren wir noch nie da in unserem Erdendasein.
So steuern wir noch vor dem Mittag auf der Interstate 69 Port Huron mit der Blue Water Bridge an, wo der kanadische Zoll uns erwartet. Ganz so schnell gehts dann doch nicht, wir müssen uns in einer doppelspurigen Autoschlange einreihen und geduldig über die Brücke der Grenze entgegen im Schritt-Steh-Tempo fortbewegen.

Schliesslich nach gut einer Stunde begrüsst uns ein junger, kanadischer Zollbeamter, der jetzt genau wissen will, was denn die Nummer BL 74053 für ein amerikanisches Staatenschild sei.Kein amerikanisches, ein schweizerisches sei dies, gebe ich zur Antwort. Wirklich, wie wir denn hierher gekommen seien , seine weitere Frage. Er findet es grossartig und will nur noch wissen ob wir Alkohol oder Rauchwaren mit uns hätten, dann entlässt er uns mit guten Wünschen Richtung Kanada. Juhui, wir sind in Kanada, genauer in Ontario! Freude herrscht!
Nun gilt es kanadisches Geld zu besorgen und einzukaufen. Wir fahren auf dem Hwy 402 aus Sarina raus, wo wir schon bald einen Supermarkt finden. Hier machen wir uns mit dem einheimischen Dollar vertraut und schnuppern im Laden, um festzustellen was anders sein könnte.Die Preise sind gering höher als in Amerika aber das Angebot ziemlich ähnlich.
Gut ausgerüstet steuern wir schliesslich die Ùberlandstrasse Nr.21 an , um dem Huronsee entlang ein Nachtlager zu suchen. Gar nicht so einfach wie sich herausstellt. Es gibt viele Campings, die meisten aber nur als Saisonplätze und kaum als Overnightplatz. Schliesslich finden wir inmitten von Grand Bend einen Unterschlupf. Nachdem wir unseren Bärenhunger gestillt haben, machen wir uns auf zum Abendspaziergang um die Umgebung zu erkunden, schliesslich will man ja wissen wo man sich aufhält. So überqueren wir die Strasse und biegen in die Mainstreet ein, wo uns Scharen von Leuten begegnen. Was ist denn hier los, fragen wir uns Beide.Doch schon bald erkennen wir, dass diese Mainstreet zum Strand führt. Je näher der Strand kommt umso mehr Eisdielen, T-Shirt-Souveniershops, Restaurants und Strassenbars säumen die Strasse.Am Ende der Promenade zeigt sich uns ein wunderschöner,breiter Sandstrand. Beide erwähnen wir gleichzeitig, dass es hier aussieht wie in Frankreich am Atlantik.

Der Strand ist toll belebt, es wird gebadet, Sandburgen gebaut, Beachvolleyball gespielt und vieles mehr, herrlich. Es ist bald acht Uhr Abends und immer noch toll warm. Die flanierende Menschenmenge versammelt sich schliesslich am Strand um dem bevorstehenden Sonnenuntergang zu geniessen. Und wahrlich, es wird uns heute wieder ein weiteres Mal ein traumhaftes Naturschauspiel geboten. Die staunende Menschenmenge verstummt gerade zu und versinkt in andächtige Ruhe.



















Die Lautstärke nimmt wieder zu, als der Feuerball im See versunken ist. Genüsslich wird nun das Nachtleben angegangen.
Unser Nachtleben findet im Chruzli und in den Federn statt!




Montag, 19. August 2013


Samstag 17./ Sonntag 18.August 2013


KOA Allendale und Emmett Michigan   

 

Gleich nach dem Erwachen, tauschen wir Beide den Gedanken aus, den heutigen Samstag noch hier auf diesem Platz zu bleiben und zu Faulenzen. Ja unsere "Faulenzereien" häufen sich, doch wir brauchen sie einfach! Hansruedi will an unserem Chruzli erneut einen Òlwechsel vornehmen und die Reifen austauschen, die Vorderradreifen nach Hinten und die Hinteren nach vorne. So steht der Vormittag im Zeichen der Arbeit! Hahaha......oder passt  besser der Ausdruck "Freizeitbeschäftigung"! Wie mans nimmt, ich für mich," nusche"  im Haushalt und lege mich zum Lesen an die Sonne.Ein wahres Zigeunerleben, das wir Beide führen, nicht schlecht.

Nach getaner Arbeit, offeriere ich meinem Mechaniker einen Apéro, den er mehr als verdient hat.Wiederum geräucherter Lachs und einen kühlen Drink.Der riesige Lachsvorrat will einfach nicht schrumpfen! Aber wir sind nicht unglücklich deswegen, sondern hocherfreut. Schon bald bietet sich uns nicht mehr die Gelegenheit, eine Delikatesse,wie diese, frisch vom See, an welchem wir bis anhin uns aufhielten zu geniessen.

Schliesslich gönnt sich auch Hansruedi ein Nickerchen im Liegestuhl im Schatten des Baumes.

 Zwischendurch spazieren wir an den naheliegenden Bayou. Ein wunderschönes Naturschutzgebiet mit Teich. Riesige grüne Wasserpflanzen säumen den Teich und bieten der Tierwelt Nahrung und Schutz. Vor unseren Füssen hüpfen eine unzahl von kleinen, gold-grün-gestreiften  Fröschen umher. Eine Schlange quert auch unseren Weg und bringt sich schnell in Sicherheit.Natürlich erschrecke ich kurz, denn Schlangen sind nach wie vor nicht meine Lieblingstiere. Ausser das Gesumme von Insekten hört man keine Geräusche, herrlich still ist es hier. Auch auf dem Campingplatz herrscht Funkstille, es scheint dass alle Camper mit ihren Kindern heute Nachmittag ausgeflogen sind. Wir Beide geniessen den Rest des Nachmittages mit Lesen und sonnen. Bis uns der Hunger mahnt, das Nachtessen zuzubereiten.


Sonntag 18. August 2013

Beim Frühstück beraten wir uns, wo uns der heutige Tag hinbringen soll. Eigentlich wäre es wunderbar an den schönen Lake Michigan zurück zu fahren. Doch wir kommen zum Entschluss uns definitiv von diesem See zu verabschieden und an den nächsten, den Lake Huron zu fahren. So verlassen wir die Idylle des KOA`s hier und fahren auf dem Interstate 96 gegem Gramd Rapids. Hier wäre ich eigentlich gerne durch die Stadt gefahren um mir das Amway-Grand-Plaza-Hotel, die grösste Luxusherberge und vielleicht das Van Andel Museum anzusehen. Die Familie Van Andel hat hier  in dieser Stadt die Firma Amway gegründet. Mit dem Direktvertrieb von Waren weltweit, beschäftigt die Firma heute rund 14`000 Angestellte und erziehlt jährlich einen Umsatz von 6,3 Milliarden Dollar.Als ehemalige Amwayvertreiberin hätte mich dies noch interessiert, doch mein Hansruedi streubte sich schon immer gegen dieses Geschäft, somit unternehme ich schon gar keinen Versuch, ihn zu diesem Stadtbesuch zu überreden. Ehrlich gesagt, bin ich dafür auch zu schlapp, denn wiederum liegt eine schlaflose Nacht hinter mir.
Auf der Interstate 96 fahren wir bis Ausfahrt 52 um hier auf die Ùberlandstrasse 21 auszuweichen und uns so ostwärts durch Michigan an den Lake Huron zu verschieben.Vorerst durch hügelige Landschaft mit viel Landwirtschaft, geniessen wir die friedliche Gegend und die angenehme Strasse mit wenig Verkehr.In Owosso machen wir eine Lunchpause und kaufen noch das Nötigste bei Kroger ein. Weiter geht die Fahrt bis Flint, wo wir wieder auf die Interstate auffahren um diese Stadt zu umfahren. Ich muss für heute das Steuer Hansruedi überlassen, meine Müdigkeit wäre eine Gefahr für die Strasse. Da er aber auch langsam genug hat vom Lenken und konzentrieren, gebe ich dem GPS den Befehl , uns zum nächsten KOA Camping zu lotsen. Gegen halb fünf treffen wir in Emmett ein, wo uns ein wiederum sehr schöner, idyllischer Platz mit Badeteich erwartet.Nach neun Monaten Reiseerfahrung in Amerika, wissen wir den Komfort von KOA Camping zu schätzen. Bei romantischem Abendlicht, das den Platz einhüllt, geniessen wir unser Essen und anschliessend eine Spielrunde.Kaum im Bett, was hören wir denn da, das Hornen eines Zuges! Lange haben wir dieses, sonst so üblich Geräusch, nicht mehr wahrgenommen und es fast vergessen.Nun hat es uns wieder eingeholt.

Sonntag, 18. August 2013



Freitag,16.August 2013


Neue Finken ?



Der Walmartparking hier in Muskegon, das muss ich ehrlich zugeben, war einer der Ruhigeren. Praktisch kein Verkehr der Lärm erzeugt hätte oder irgend etwas anderes, wunderbar. Doch ich habe trotzdem nicht geschlafen. Wir kochen uns zuerst einmal einen Kaffee, und besprechen wie wir den Tag verbringen wollen. Den Vormittag möchte meine bessere Hälfte hier stehen bleiben, es bestehe ja die Möglichkeit, dass unsere Pneus bereits heute schon eintreffen, meint er. Naja,damit kann ich mich abfinden. Ich werde mich meinem Blogg widmen. Ein Caféhaus mit Eisdiele und  WiFi, liegt nämlich direkt am Walmartparking. Desshalb parken wir hinter dem Café und ich teste das Internet. Es funktioniert, wunderbar.Als ich den Compi aufstarte, bemerke ich dass meine Schwester Renata online ist, was mich richtiggehend aufstellt. Ich melde mich via Skype bei ihr, und siehe da, wir sind gut verbunden. Endlich wiedereinmal ohne Störung verbunden zu sein, das liegt schon länger zurück. Wir drei, Renata, Muriel und ich plaudern eine ganze Weile miteinander und berichten uns gegenseitig das Neuste.Ich bin hocherfreut, denn ein Gespräch mit den lieben Familienmitglieder tut der Seele gut.Nach diesem Gespräch rufe ich noch mit Skype bei Karin an, doch das telefonieren klappt überhaupt nicht und wir werden ständig unterbrochen. Es soll eben nicht sein. So widme ich mich schliesslich dem Schreiben im Blogg, derweilen Hansruedi sein Hobby fröhnt, "Lädele"! Langsam geht mir am Compi der Strom aus, sodass ich beschliesse, mich in das Caféhaus zu setzen, wo ich Stromanschluss habe.Ich bestelle mir ein kühles Orangenfrappé, das mir helfen soll , meine Gedanken klar zu Blatt oder besser gesagt in den Compi zu bringen! Dieses Caféhaus ist das reinste Büro, alle Tische sind belegt mit Geschäftsleuten und ich nehme an, mit ihren Kunden, alle mit Compis ausgerüstet. Für mich bleibt nur noch ein Platz auf einem Sofa. Nach einer guten halben Stunde, wird schliesslich ein Platz an einem Tisch frei, den ich sofort belagere, denn so kann ich eine bequemere Schreibhaltung einnehmen. Dabei fällt mein Blick auf die Uhr, was mich bewegt zu hinterfragen, wo mein Mann denn so lange bleibt, unmöglich, dass ein einziger Supermarkt ihn so lange festhalten kann, denke ich, aber eben - jedem das Seine-! Ich habe kaum die Schreibarbeit wieder aufgenommen, da kommt er daher. Hat das Telefon nicht geklingelt ? will er sofort wissen. Oh, das Telefon, das habe ich ganz vergessen. Ein Blick darauf zeigt uns aber, dass kein Anruf gekommen ist. Hansruedi bestellt sich auch ein Frappé und setzt sich zu mir. Da, plötzlich meldet sich das Telefon. Bobby, der Verkäufer berichtet, dass die Pneus eingetroffen seien. Wunderbar, ich schicke meinen Mann sofort mit dem Auto vorbei, spreche ich ins Handy und hänge ein. Wau, die Finken sind da, Du kannst den Wagen hinbringen. Somit sitze ich wieder alleine vor meinem Compi und beendige meinen Tagebucheintrag.
Nach gut einer Stunde kehrt Hansruedi zurück ins Caféhaus und berichtet - "ausser Spesen nichts gewesen", nein, diese Pneus hätte er nicht akzeptieren können. Die Grösse sei die Richtige gewesen, aber die Gewichtsbelastung sei viel zu gering. Schade, aber das ist zu riskant. Lass uns noch ein weiteres Geschäft aufsuchen, meint er leicht enttäuscht. Ganz in der Nähe ein grosses Pneuhaus, das allerlei Pneus ausgestellt hat. Der freundliche Herr bemüht sich via Compi und Telefonaten einen passenden Pneu zu finden. Leider wird auch dieser nicht fündig. Er meint noch, dass wir unsere Bemühungen abbrechen könnten, denn unser Model, das wir bräuchten, sei nirgends aufzutreiben, und verabschiedet uns.Kopfschüttelnd setzt sich Hansruedi hinters Steuer und meint; für mich ist Amerika nicht mehr das Land der unbegrenzten Möglichkeiten!!!
So begraben wir langsam den Wunsch, unserem Chruzli für den Rest der Reise noch neue Finken zu besorgen.
Wir verlassen dieses Muskegon um nach Grand Haven zu fahren. Hier parken wir und durchstreifen  den romantischen, historischen Stadtteil am Wasser. Alle Geschäfter halten heute ihre Ausverkaufsware draussen auf der Strasse feil, wie ein grosser Flohmarkt. Ein schöner Bordwalk führt dem Wasser entlang. Wir Beide geniessen den lauschigen Ort eine Weile, bevor wir uns aufmachen zum State Park in der Nähe. Dieser liegt hier an einem traumhaften Sandstrand des Michigansees. Der Platz ist gut besetzt und am Strand tummeln sich tausende von Leuten.Wiedereinmal müssen wir von der Rangerin hören, dass der Camping ausgebucht sei. Ohne eine Reservation lange im Voraus sei hier im August nichts zu machen, so ihre Erläuterung.Sorry, aber ich denke auch der nächste State Park weiter südlich wird voll sein, mit diesen Worten verabschiedet sie sich bei uns.Nun sind wir definitiv Beide enttäuscht, denn nur zu gerne hätten wir das traumhafte Wetter noch genützt, um den Strand zu geniessen. Schliesslich fahren wir landeinwärts auf den KOA Camping von Allendale. Der Camping ist auch sehr schön, nur eben keinen Michigansee mit Strand!

Freitag, 16. August 2013



Mittwoch,14.August 2013



In der Nacht wurde es empfindlich kalt, so dass heute Morgen das Thermometer nur gerade 12°C anzeigt.Prrrr. was soll denn das. Seit langem ziehe ich erstmals wieder Jeans an und ein Langarm-T-Shirt. Beim Blick nach draussen, stelle ich fest, dass der Herbst wohl bald im Anmarsch ist, das Licht jedenfalls erscheint mir herbstlich.Ein kühler Wind bläst uns entgegen, so dass wir beinahe schlotternd unser Frühstück einnehmen.  Beiden ist es nicht ums Strandleben mit diesem Wind. Wir beschäftigen uns im und rund um`s Chruzli.Hansruedi nimmt fast den halben Motor auseinander und pützelt und poliert an den Teilen umher.Derweilen ich mein Tagebuch auf Vordermann bringe.Ich muss mich ab und zu bewegen, ansonsten ich zu frieren beginne. So vergehen doch zwei,drei Stunden. Um nicht zu rosten, machen wir uns doch noch auf einen Spaziergang auf der Strandpromenade und in die Eisdiele, wo wir uns ein Glace kaufen. Gegen Abend legt sich der Wind, was uns erlaubt, das Nachtessen draussen zu konsumieren. Natürlich im Augenschein eines wärmenden Feuers. Mit einem Yatzi verkürzen wir uns den Abend.


Donnerstag, 15.August 2013

Wir verlassen den State Park auf der 31er um nach Muskegon ins Walmart-Supercenter zu fahren. Hier nehemen wir die Suche nach neuen Pneus für unser Chruzli wieder auf.Diese müssten sie bestellen, so der Herr der uns bediente. Vielleicht seien diese bis morgen Freitag hier oder aber sicher am Montag. Unser Zögern veranlasst den Herrn, uns mit einer Adresse eines Camperauststatters zu versorgen. Vielleicht kann dieses Haus besser helfen, meint er. So machen wir uns auf zur anderen Stadtseite, wo wir das Haus rasch finden. Wir verkaufen keine Pneus, die Antwort hier. Aber eine halbe Meile zurück sei eine Garage, die Campers mit Finken versorge. Ein emsiger Geschäftsmann empfängt uns hier in dieser Garage sofort und fragt nach unserem Anliegen. Er setzt sich an den Compi und wird fündig. Er druckt uns das Angebot aus, doch ein saftiger Preis, den Hansruedi auf keinen Fall bezahlen will. Deshalb bedanken wir uns und fahren zurück zum Walmart. Bobby, der Verkäufer ist hocherfreut und bestellt uns die Finken. Er werde uns anrufen sobald die Pneus eingetroffen seien. Er will wissen wo wir überall umhergereist seien, es sei nämlich auch seine Passion mit seinem grossen Rig umher zu gondeln. Alaska, Kanada und die ganzen Staaten hätte er bereist. Es sei eine grossartige Sache, die ihm Spass macht.Wir verabschieden uns.Es ist mittlerweilen zwei Uhr Nachmittags.So meint mein Hansli, wo soll ich unser Chruzli parkieren für die Nacht. Was,- nicht etwa,-willst Du bereits hier stehen bleiben, was machen wir denn den ganzen Nachmittag auf dem Supermarktparkplatz?, so meine Frage. Einkaufen und im MC Donalds kannst Du deinen Blogg aufarbeiten, antwortet er. Bist Du nicht ganz bei Sinnen, bei solch schönem Wetter hier zu verlauern, mein Ausbruch! Nun ist er stinksauer und meint, wir haben doch besprochen, dass wir hier übernachten. Ja, aber nicht bereits am frühen Nachmittag. Wir können doch noch an den Strand fahren, mein Vorschlag. Gehässig und natürlich schweigend, steuert er unseren Wagen zum wunderschönen Sandstrand von Muskegon. Die Wärme, die heute wieder zurück ist, (28°C) und der Beach, wo wir uns in die Sonne legen, versöhnen Hansruedi wieder.
So wird dieser Nachmittag doch noch positiv. Bevor wir zum Walmart zurückkehern, fahren wir in den Segelhafen, wo noch ein Museum der Unterwassermarine liegt. Ein U-Boot liegt im Kanal, das sich mein Hansli genauer ansieht. Beim Museumseingang begrüsst uns ein freundlicher Herr und lädt uns ein, doch morgen Vormittag vorbei zu schauen, da könnten wir gleich mit einer Gruppe die Führung durchs Haus mitmachen. Er händigt uns ein Billette aus, das uns zu einem Halbpreiseintritt berechtigt. Wir bedanken uns und verabschieden uns. Auf dem Heimweg werfen wir noch einen Blick in den Meijer Supermarkt, den wir noch nicht kennen. Àhnlich gross und aufgebaut wie der Walmart. Schliesslich essen wir bei einem Asiaten ein herrliches Menue. So nun ist es mir egal auf dem Walmartparkplatz Stellung zu nehmen für die Nacht, es ist nämlich mittlerweilen halb zehn Uhr abends.




Dienstag 13.August 2013


Lighthouse

Wiederum ist es bereits halb zehn bis wir aus den Federn sind und am Frühstück sitzen. Heute jedoch machen wir uns gleich danach auf die Wanderschaft. Unser Ziel ist die Entgegengesetzte Richtung von gestern, nämlich zum Leuchtturm der hier in der Nähe am Michigansee steht. Auch eine spezielle Angelegenheit, überall rund um den Michigansee stehen Leuchttürme, ähnlich wie am Meer. Leider müssen wir hier wieder der Strasse entlang laufen, da das Ufer des Silver Lakes mit privaten Häusern und Cottages verbauen ist. Gute 1 1/2 Meile auf Asphalt legen wir zurück, bis schliesslich ein Wanderweg in die Dünen führt. Hier sind die Dünen stark bewachsen mit Gras. Um an den Beach zu gelangen, müssen wir einen kleinen Bach überqueren. Bald schon entdecken wir einen Holzsteg über dieses Wasser, den wir ansteuern. Hierbei trete ich in ein Insektennest, diese Tiere schrecken auf und stürzen sich auf mein linkes Fussgelenk, wo ich heftig gestochen werde. Ein unerträgliches Brennen in meinem Fuss und ich schreie auf. Rasch laufe ich auf den Holzsteg, wo gerade eine junge Frau mit dem Auto gefahren kommt. Ich halte sie an und erkundige mich, ob sie eventuell eine Notfallapotheke mithabe. Nein, aber ich wohne unweit von hier, sie könne mir Eis besorgen. Wir sollen den Weg nehmen nach links und nicht über den Steg. Somit fährt sie los und ich humple dem Weg entlang, wo die Frau mir schon bald entgegenkommt mit Eiswürfeln in einem Plastikbeutel. Ich solle mich doch auf der Bank vor ihrem Haus hinsetzen, was ich dankbar annehme. Das Brennen klingt mit der Kühlung ab.





Wir plaudern eine ganze Weile mit dieser Dame, die gerade dabei ist, ihren Haushalt von hier in ein neues Haus, nahe unserem Camping, zu zügeln. Sie weist uns den Weg zum Strand und wir verabschieden uns. Durch ein kurzes Waldstück und wir stehen bereits am Beach des Michigansees.
Ein langer, naturbelassener Sandstrand. Heute bläst ein kräftiger Wind, der den See heftig aufwühlt. Weisse Schaumkronen zieren die Wellen, ein wunderbares Bild. Hier spazieren wir ganz schön weit dem Wasser entlang, ohne ein Ende des Sandstrandes oder des Sees zu  entdecken. Ein einsamer Surfer ist auf dem Wasser und nur wenige Spaziergänger, die sich an diesem Strand aufhalten. Man bekommt fast das Gefühl, die Gegend gehöre nur uns Beiden! 

Immer wieder eine wunderbare Sache für mich, solch ein Beachspaziergang mit Sonnenschein und den Wind in den Haaren. Nun wollen wir uns das „Little Sable Point Lighthouse“, das hier am Ufer steht, genauer ansehen, respektive besteigen. 

Ein alter Leuchtturm aus rotem Ziegelstein gemauert . Eine Wendeltreppe aus Gusseisen führt hinauf zum ca.92 Fuss hohen Turm. Oben angekommen, werden wir von einem freundlichen Herrn in Uniform begrüsst.


 Er erklärt uns das Funktionieren des Lichtes und die Entstehungsgeschichte. Da er ununterbrochen auf uns einredet, komme ich nicht dazu, ihn zu bitten etwas langsamer zu sprechen, damit ich besser folgen könne. Somit habe ich eben nur die halbe Sache begriffen, was weiter nicht schlimm ist, denn die Aussicht von hier oben interessiert mich mehr. Und diese ist wahrhaftig ein Augenschmaus.



 Der heftige, kühle Wind  auf dieser Höhe treibt uns jedoch schnell wieder nach unten. Heute habe ich uns eine Flasche Wasser mitgenommen und zur Stärkung einen Riegel, den wir nun essen bevor wir uns über die Dünen auf den Heimweg machen.

Zurück beim Camping stelle ich fest, dass wir über vier Stunden auf den Beinen waren. Beide sind wir hochzufrieden mit dem heutigen Tag, der uns die nötige Bewegung und Erholung brachte. Auch heute Abend lassen wir den Tag beim Lagerfeuer ausklingen, wir sind eben schon halb amerikanisch angehaucht. Denn, campieren ohne Campfire, das ist für den Amerikaner kaum vorstellbar!


Montag, 12.August 2013
 

Dünenlandschaft

 

 

Ich erwache und schaue auf die Uhr,  -was halb zehn Uhr vormittags, - nein das darf doch nicht wahr sein, der halbe Tag ist bereits um! Viel geschlafen habe ich trotzdem nicht, denn ich finde kaum den Schlaf vor vier/fünf Uhr in der Früh, einfach schrecklich! Entsprechend fehlt mir Energie und Elan. So auch heute. Bevor ich mich aufraffe, überlege ich was heute denn für ein Tag ist. Dienstag, 13.Juli, oh Schreck, fährt es mir durch den Kopf, ab heute bleibt uns gerade noch einen Monat hier in den Staaten. Denn am Freitag 13.Juli ist unser Rückflug nach Frankfurt geplant. Wie doch die Zeit vergeht, da glaubt man ein Jahr sei eine Ewigkeit, dabei kann man kaum durchatmen und schon ist dieses Jahr Vergangenheit. Umso mehr müssen wir Beide nun die verbleibenden Tage voll ausnützen !
Ich wälze mich schliesslich aus den Federn und wasche mich mit kaltem Wasser um meiner Energie etwas nachzuhelfen. Das Plätschern des Wassers hat nun auch meinen Hansli aufgeweckt, der nach wie vor immer schläft wie ein Murmeltier im Winterschlaf! Als ich die Tür öffne um mich draussen zu recken und zu strecken, nehme ich die Umgebung wahr, wo schon tüchtig die ATV`s  für die Dünenfahrten vorbereitet werden, natürlich mit entsprechendem Lärm. Es ist immer noch sehr feucht in diesem Wald, was mir einfach nicht behagt. Ein deftiges Frühstück mit Rührei, Käse und einem starken Kaffee hilft meiner Laune auf Vordermann. Beim Gang zur Toilette sticht mir ein kleiner, lauschiger und leerer Stellplatz ins Auge. Ich sehe mir diesen genauer an und berichte meinem Gatten davon. Was meinst Du, wenn wir fragen ob wir wechseln können, meine Frage an ihn. Das ist eine gute Idee, bekomme ich zur Antwort. Somit laufe ich zum Büro und erkundige mich. Der junge Herr erklärt mir, dass dies ein Platz sei für Behinderte, aber in der Nähe wären noch zwei asphaltierte Plätze zu haben. Ich nehme kurz Rücksprache mit Hansruedi und zusammen sehen wir uns diese Plätze an. Wir sind hocherfreut und ich berichte dem jungen Mann, dass wir uns für Nr.161 entschieden hätten. Er tätigt die nötigen Umschreibungen, ohne einen Aufpreis. Schnurrstraks machen wir Beide uns ans Zügeln. Nach gut einer Stunde Arbeit, sind wir am neuen Platz eingerichtet, wo es uns doch viel besser gefällt.

Bevor wir uns auf den Weg machen zu den Dünen, genehmigen wir uns einen Drink. Mit Badehose und Sonnenhut ausgerüstet, spazieren wir um den See, wo die Dünen den Silver Lake vom Michigansee trennen. Nach gut einer halben Stunde erreichen wir den steilen Einstieg in die Dünen.


 Schon eigenartig, dass es hier solche Sanddünen von über 150 Metern Höhe gibt. Nach einem schweisstreibenden Aufstieg stehen wir schliesslich auf einer wunderschönen Dünenlandschaft mit tollem Ausblick auf der einen Seite über den Silver Lake und auf der anderen auf den riesigen Michigansee.



Wir glaubten eigentlich, an den Beach des Michigansees ein Bad nehmen zu können, doch wir stellen schnell einmal fest, dass die Dünenlandschaft von grösserem Ausmass ist, als dass sie in einigen Minuten zu überqueren wäre. Wir wandern nämlich eine ganze Weile barfuss über den feinen Sand und der See kommt nicht näher, im Gegenteil, die Dünen werden noch höher und sind gegen den See doch stark bewachsen mit Bäumen und Gras. Die Sonne brennt vom Himmel und mein Hals ist trocken, doch mein Wanderpartner läuft und läuft! Ich beschliesse mich unter einer Aspe im Schatten hinzusetzen und ihn alleine die weitere Dünenlandschaft zu erkunden. Ich geniesse so für einige Minuten, den für mich doch sonderbaren Anblick der Wüstenlandschaft.



Nach gut einer Viertelstunde kehrt Hansruedi zurück und gemeinsam überqueren wir die Sandhügel , die uns nach wie vor überraschen und begeistern. Zurück beim Einstieg, klagt nun auch Hansruedi, dass er einen zümpftigen Durst verspüre. Leider fehlen hier in Amerika vielerorts die gemütlichen Gartenrestaurants oder Beachbars, wo man seinen Drink geniessen könnte. So kaufen wir uns ein dunkles Bier in einem Shop und trinken dieses draussen auf dem Parkplatz. Gestärkt treten wir den Heimweg an, auf dem wir uns noch mit Firewood eindecken für das abendliche Lagerfeuer. Müde, aber glücklich und zufrieden mit dem heutigen Tag. Ein Apéro ist nun angebracht. Geräuchter Lachs mit Baquette und ein Glas Weisswein, schmeckt herrlich.

Schliesslich geht’s zur Dusche um das Sandschweissgemisch auf unseren Körpern abzuwaschen.  Das Nachtessen, auch ein Festmahl, frische Regenbogenforelle an einer Weissweinsauce und Reis, ein gemischter Salat, ist das „Tüpfchen auf dem i“ des heutigen Tages! E wärmende Lagerfeuer beim Eindunkeln fördert die Verdauung und wir geniessen schweigend das Lodern der Flammen.